Das kleine Land Österreich muss sich in puncto Musik überhaupt nicht verstecken. Musikalische Aushängeschilder wie Wolfgang Amadeus Mozart, Joseph Haydn, Falco oder Hans Moser locken viele Touristen nach Österreich.

Ja, auch Hans Moser ist eine Musiklegende. Viele kennen den bequemen, sympathischen Schauspieler mit der prägnanten Nuschelstimme aus zahlreichen österreichischen Heimat- und Klamaukfilmen. Dass er aber auch für viele damalige Gassenhauer verantwortlich ist, ist den wenigsten in Erinnerung. Erst wenn die Namen der berühmten Lieder fallen, wie “Mariandl” oder “Die Reblaus”, dann klingelt es bei vielen wieder. Hans Moser hieß übrigens mit bürgerlichem Namen Johann Julier. Seine Musik fiel damals in die Gattung des Wienerlieds.

Diese Musikgattung ist bis heute noch äußerst beliebt, vor allem bei den urigen Wiener Heurigenlokalen. Als eines der ersten Wienerlieder gilt noch heute das Lied “Oh du lieber Augustin”. Der Autor dieses Liedes ist unbekannt. Die Themen dieser Lieder waren durchwegs Wien, die Gemütlichkeit der Wiener oder der Östereicher allgemein und natürlich der Wein und die Frauen.

Ab 1852 wurde das Volkssängerwesen geregelt. Eine Lizenz zum Singen von Wienerliedern erhielt damals nicht jeder. Man musste schon eine musikalische Bildung vorweisen und natürlich unbescholten sein, um eine einjährige Lizenz als Sänger zu erlangen. Bis 1871 war es Frauen verboten, als Sängerinnen aufzutreten.

Nach dem Jahr 1938 wurden die Wienerlieder von jüdischen Textern und Sängern verboten. “Im Prater blühn wieder die Blumen”, der Text stammt vom jüdischen Dichter Kurt Robitschek, war eines der Lieder, das für einige Jahre von der Bildfläche verschwand.

Berühmte Wienerlied-Interpreten nach dem zweiten Weltkrieg waren dann Hilde und Richard Czapek, Paul Hörbiger und auch Peter Alexander.

Und auch in der heutigen Zeit erfreut sich das Wienerlied wieder einer steigenden Beliebtheit. Coole Musiker wie Roland Neuwirth und seine Extremschrammeln, Willi Resetarits oder Ernst Molden schaffen es, mit sozialkritischen, aber auch mit humorvollen Texten auch die Jugend für sich zu gewinnen.